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donnerstag, 17.06.2010

Verbraucherschutz - Wie teuer ist eine kleine Homepage?

Tatsache: Es kommt ganz darauf an. Auf was kommt es an? Auf das, was Sie wollen. Aber man kann aber trotzdem für die Kostenabschätzung so ein paar Faustregeln aufstellen...

Aber nun möchte ich erst ein Mal darauf eingehen, was mich u.a. dazu bringt diesen Artikel zu schreiben. Tatsache ist, dass das eigentlich nur der allerletzte berühmte Tropfen im Fass war, der mich zu diesem Artikel bewegt. Aber nun zu den Tatsachen:

Wir (meine Partnerin und ich) haben ein anonymes Mail erhalten. Darin stand, dass in Gräfelfing und Umgebung eine Firma ihr Unwesen treibt, die Kleinunternehmer und kleine Betriebe dazu bringt, völlig überteuert Webseiten einzukaufen. Wir wurden gebeten diese Information publik zu machen, damit Andere vor den genannten Verkaufsmaschen gewarnt werden.

Hmh... Anonym. Es mag ja sein, dass die Angaben in dem E-Mail stimmen. Es kann aber auch sein, dass eine perfide Abmahntaktik dahinter steckt. Wenn wir auf unseren Webseiten vor einer bestimmten Firma warnen, dann können wir wegen übler Nachrede rechtlich belangt werden. Und dann haben wir zum Untermauern unserer Behauptungen ein anonymes E-Mail. Wow. Das ist für einen Rechtsstreit wohl keinerlei Basis.

Nun zum Inhalt des Mails: Von der in dem Mail genannten Firma kommt ein Anruf von einem Vertreter, der einem eine günstige Webseite anbietet, weil man als Referenzkunde geworben werden soll. Wenn man nun zu einem Treffen zustimmt, wird man zu einem Vertrag mit ungefähr folgender Kostenstruktur überredet: Auf die Zeitdauer von 4 Jahren, ca. 100-200 € im Monat. Die Webseite kostet somit über die gesamte Vertragslänge 4800 € bis 9600 €. Man erhält niemals Dateien für die Webseite, auch nach Ablauf des Vertrages nicht.

Wiederum hmh... Das können auch gute Konditionen sein. Wenn dafür was geboten wird. Es können aber auch schlechte Konditionen sein. Wenn kein guter Gegenwert dafür geboten wird. Womit ich hier nun endlich zu den groben Faustregeln für Kosten von Webseiten gelange. Dem eigentlichen Kern meines Artikels.

Am billigsten sind natürlich Webseiten, wenn ein Verwandter, Bekannter, oder selbst ernannter Fachmann diese für lau strickt. Dies kann aber teuer werden, wenn die rechtlichen Bedingungen für das Impressum oder Copyright-Bedingungen, die genauso für Webseiten gelten, nicht eingehalten werden. Dann kann der Betreiber einer Webseite, nämlich Sie, nachträglich zahlen...

2. Variante: Ein billiger Fachmann. Für 500-650 Euro kann man schon eine sagen wir mal 5 seitige Webseite mit korrektem Impressum, Kontaktformular, und noch 3 anderen Seiten erhalten. Das sind aber Billigangebote. Aber deswegen nicht unbedingt schlecht. Was erhalten Sie für Ihr Geld? Für die 500-650 Euro gibt es die fertigen Webseiten als Dateien. Diese müssen noch auf einem Server veröffentlicht werden. Dafür brauchen Sie einen Hoster. Ab 3,- € im Monat kann man einen schönen (?) Domainnamen erhalten, unter dem dann ihre Webseiten anschaubar sind, und für diese Menge von Dateien einen ausreichenden Speicherplatz bei einem Hoster. Die genannte Kostenstruktur setzt allerdings voraus, dass ihre Seiten auch nur mäßig besucht werden. Sagen wir mal max. 50.000 Zugriffe im Monat. Ok, diese Daten wären z.B. absolut in Ordnung für die Webseite eines Ladengeschäftes in Gräfelfing. Ich hoffe bei dieser Kalkulation übrigens, dass auch der Billiganbieter die rechtlichen Regeln durchschaut und somit keine weiteren Kosten irgendwann später anfallen...

Warum ist obige Webseite ein Billigangebot? Normalerweise weil u.a. an der Grafik gespart wird. Ein guter Grafik-Designer kann alleine für den Entwurf so viel verlangen, wie das komplette Billigangebot kostet. Sogar mehr. Dann kommen noch die Kosten für die Umsetzung dieses Entwurfs in funktionierende Webseiten. Tatsache ist noch, dass der Billiganbieter Ihnen vielleicht noch eine schlechte Programmierung angedreht hat, was der teure Programmierer nun wirklich nicht sollte. (Auf technisch: Nicht validierte, nicht XHTML tableless Seiten...) Aber - gegen Pfusch ist man nicht so ganz gesichert. Niemals... Außer wenn man es nachkontrolliert. Womit wir diesmal mit hochqualifizierten Leuten bei der "gleichen" Webseite im Kostenbereich von 800-1600 € liegen. Die untere Zahl, wenn Sie (hochqualifizierte) Freiberufler an der Hand haben, die obere Zahl, wenn Sie mit einer Agentur arbeiten und Agenturstundenlöhne zahlen.

Falls man aber den Komfort eines CMS möchte oder die eigenen Wünsche sogar nur durch Programmierung erfüllbar sind, dann entstehen noch zusätzliche Kosten. Ein CMS schlägt mit Grundkosten von 300-1500 Euro zu Buche, je nach CMS, selbst wenn es nicht durch einen Programmierer angepasst werden muss... Ein Programmierer kostet pro Stunde 50-140 Euro.

So - und jetzt haben Sie immer noch keinen Online-Shop... Mei... Mann kann halt immer weiter denken... Aber hiermit möchte ich für heute meine Abhandlungen beenden.

Gabi